wettbewerb - die ergebnisse 2004 

Das Fazit der Jury zum erstmals international ausgelobten wemhöner award 2004:

In einer solchen Auseinandersetzung mit der unverbrauchten Kreativität junger Studenten und Berufsanfänger liegt eine große Chance der Industrie, die Grenzen des Machbaren kritisch zu überprüfen. Denn neue Technologien haben immer zu neuen Produktgestalten geführt, wenn nach einer Phase des ungelenken Umgangs schließlich sinnhafte wie ganzheitliche Lösungen des Designs auf die erweiterten Grenzen der technischen Möglichkeiten gestoßen sind. - Und heute? - Design ist heute mehr als eine schöne Formfindung, aber auch weit mehr als eine bloße Konsequenz der technischen Produktionsweise. Design ist zunehmend der entscheidende Wettbewerbsfaktor, die ultimative persönliche Produktqualität. Denn Design ist immer auch eine Art, die Welt in der wir leben zu erklären und mit allen Sinnen zu erfahren, den eigenen Standpunkt zu definieren, uns selbst gar neu zu erfinden.

In diesem Sinne sind die Einreichungen ein »kraftvoller Aufschlag« der nachwachsenden Gestalter, die zu einem nicht minder »engagierten Return« der Technologieentwickler und »ausgeprägter Beinarbeit« der industriellen Anwender auffordern. Der Ball ist über die Schnur ...

Ulrich Büttner Chefredakteur des Fachmagazins md - moebel interior design - International magazine of design, Leinfelden-Echterdingen

zur Person
Ulrich Büttner, geboren 1956 in Dortmund, studierte an der Technischen Universität Braunschweig Architektur. Nach einigen Jahren der Planungs- und Baupraxis wechselte er zum Journalismus und ist seit 1995 Chefredakteur der Fachzeitschrift md. Als Kenner der internationalen Design- und Möbeldesign-Szene ist er zusammen mit seinem Team immer bemüht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dieser verantwortungsvollen Aufgabe, die sich in den monatlich erscheinenden Ausgaben der Zeitschrift widerspiegelt, versucht man von Seiten der Redaktion mit einer ständigen analytischen Auseinandersetzung mit der vielschichtigen Qualität von Industrieprodukten gerecht zu werden. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die regelmäßigen Besuche der europäischen Möbelmessen, Gespräche mit Designern und Kontakte zu Herstellern.

kurzes Statement
»Ich begrüße die Zusammenarbeit von Industrie und Hochschulen. Praxiserfahrung und -orientierung sind meiner Meinung nach das Salz in der Suppe einer gediegenen Ausbildung, bei der es eben nicht nur darum geht, theoretisches Wissen immer und immer wieder umzuwälzen. Die Studierenden müssen lernen, industrielle Fertigungsprozesse zu berücksichtigen, und dass nur solche Projekte eine reelle Chance auf marktfähige Umsetzung haben, die die Möglichkeiten des involvierten Unternehmens unterstützen und ausnutzen. Auf der anderen Seite ist jedes erfolgreiche Unternehmen aufgefordert, seine Möglichkeiten und Ziele ständig am Machbaren zu orientieren. In der Auseinandersetzung mit der unverbrauchten Kreativität junger Studenten und Berufsanfänger liegt die große Chance, die Grenzen des Machbaren regelmäßig zu überprüfen. Dieser Wettbewerb ist eine solche Chance - für beide Seiten!«