wettbewerb - die ergebnisse 2004 

Das Fazit der Jury zum erstmals international ausgelobten wemhöner award 2004:

In einer solchen Auseinandersetzung mit der unverbrauchten Kreativität junger Studenten und Berufsanfänger liegt eine große Chance der Industrie, die Grenzen des Machbaren kritisch zu überprüfen. Denn neue Technologien haben immer zu neuen Produktgestalten geführt, wenn nach einer Phase des ungelenken Umgangs schließlich sinnhafte wie ganzheitliche Lösungen des Designs auf die erweiterten Grenzen der technischen Möglichkeiten gestoßen sind. - Und heute? - Design ist heute mehr als eine schöne Formfindung, aber auch weit mehr als eine bloße Konsequenz der technischen Produktionsweise. Design ist zunehmend der entscheidende Wettbewerbsfaktor, die ultimative persönliche Produktqualität. Denn Design ist immer auch eine Art, die Welt in der wir leben zu erklären und mit allen Sinnen zu erfahren, den eigenen Standpunkt zu definieren, uns selbst gar neu zu erfinden.

In diesem Sinne sind die Einreichungen ein »kraftvoller Aufschlag« der nachwachsenden Gestalter, die zu einem nicht minder »engagierten Return« der Technologieentwickler und »ausgeprägter Beinarbeit« der industriellen Anwender auffordern. Der Ball ist über die Schnur ...

Jan Hoet Künstlerischer Direktor des MARTa Herford, Herford

zur Person
Jan Hoet, geboren 1936 in Leuven (Belgien), ist seit August 2001 der erste künstlerische Direktor des neu gegründeten Museums für zeitgenössische Kunst, MARTa Herford, das einen Dreiklang aus Möbel, Art (Kunst) und Architektur/ Ambiente darstellt. Seit 1975 ist Jan Hoet Direktor des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) in Gent tätig. Jan Hoet wurde 1992 in Deutschland als künstlerischer Leiter der Kasseler documenta 9 bekannt. Weltweit wirkt er daneben als Ausstellungskurator von Montreal, Lissabon und Tokio, über Hongkong, Limerick, Madrid und Tsurugi, bis Paris, Venedig, Barcelona, Bonn und Mexico-City.

kurzes Statement
Design ist heute mehr als eine schöne Formerfindung, aber auch mehr als eine bloß technisch realisierte Produktionsweise. Design ist immer auch eine Art die Welt in der wir leben neu zu erfinden:
Design kreiert neue Umwelten - inzwischen aber auch sich selbst. Design ist heute sowohl ein immaterielles Werkzeug und als ein ästhetisches Medium. Die (Kunst-)Wirklichkeiten von heute vervielfachen sich permanent. Obwohl Design sich von Kunst unterscheidet, lässt sich heute zwischen Kunst und Design immer weniger unterscheiden. Entscheidend sind heute die Kontexte und Referenzen, in denen sich Design und Kunst in ihren eigenen Feldern bewegen - was aber nicht heißt, dass es dabei auch zu Grenzverschiebungen kommen kann. Design könnte man bestimmen als ein technologisch kreiertes Produkt, das auch ein komplexes »Werkzeug« verkörpert: Designobjekte sind immer auch Weisen, sich selbst in einer Kontext gewordenen Welt sinnlich und ästhetisch neu zu bestimmen.